Der Zahlencode

Heute ist ein schöner sommerlicher Tag. Ich möchte zum Lütt-Matten-Treff gehen. Ich bemerke gerade, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe. Ich bin Stella und mache mit Mama und Papa auf Hiddensee Urlaub. Jetzt fahre ich alleine mit dem Fahrrad zum Lütt-Matten-Treff. Auf dem Rückweg soll ich in der 'Einkaufsquelle' noch einen viertel Kranz holen. Ich fahre vorbei an Wiesen, Bäumen, Brombeer- und Hagebuttensträuchern. Ich fahre am Teich vorbei und merke, dass es gar kein Teich mehr ist, denn es befindet sich nur noch sehr wenig Wasser darin. Viele Bäume und endlich der Deich. Kaum bin ich oben, sehe ich auch schon das Feuerwehrgebäude, mein Ziel. Schnell das Fahrrad anschließen, ob ich zu spät bin? Alle sitzen schon am Tisch. Da kommt die Lütt-Matten-Treff-Leiterin Yvonne. „Möchtest du auch mit Playmais basteln?" „Ja, eigentlich schon" sage ich etwas schüchtern. Yvonne führt mich zu einem Stuhl. Neben mir sitzt ein Mädchen. Es ist bestimmt jünger als ich. Wir fangen an zu basteln. „Wie heißt du?", fragt das Mädchen. „Stella, und du?". „Jette". Kurze Stille. Jette unterbricht sie. „Wo wohnst du?" „Berlin", sage ich abwesend. Ich konzentriere mich gerade auf das Boot, welches ich gerade bastle und werde von Jettes Gefrage abgelenkt. „Cool, wir auch", freut sie sich. Ich gucke sie fragend an. „Wir?". „Iken und ich." „Wer ist Iken?". „Ich", sagt das Mädchen, das neben Jette sitzt. Es ist ihre große Schwester. Wir basteln weiter. Eigentlich geht der Lütt-Matten-Treff bis um zwölf, aber Jette, Iken und ich sind schon halb zwölf fertig. Also gehen wir runter zu den Fahrrädern. Jette und Iken haben keine Fahrräder mit, denn ihr Ferienhaus ist hier in Neuendorf. Ich will nach Hause fahren, aber mein Fahrrad ist nicht da. Ich gucke mich um, aber ich sehe es nicht. „Wo ist denn dein Fahrrad?", fragt Iken. „Nicht da!", sage ich und fange an zu weinen. „Wo hast du es denn hingestellt?", fragt Jette. „Na da!", sage ich und zeige auf eine Stelle wo gähnende Leere herrscht. „Aber es muss doch hier sein", meinte Iken. „Oder es hat jemand geklaut", sage ich und hoffe, dass es nicht so ist. Auf der Wiese sitzt eine Frau, sie wartet bestimmt auf ihr Kind. Iken fragt sie: „Haben sie gesehen, wie jemand das Fahrrad geklaut hat?". „Ich habe gesehen, wie jemand dein Fahrrad weggeschoben hat!", sagt die Frau. „Davor habe ich nichts gesehen. Ich habe gelesen und nur von meinem Buch aufgeschaut, weil er laut geflucht hat. Vielleicht hilft euch das weiter", fuhr sie fort. „Vielen Dank für die Informationen!", sagt Iken. „Was hattest du für ein Schloss?", fragt Iken. „Ein Zahlenschloss", sage ich weinend. „Haben sie das Schloss gesehen?" fragt Jette. „Ja, er hatte es um seinen Bauch, also war das Schloss nicht zerschnitten." „Also muss der Dieb deinen Zahlencode geknackt haben, oder er wusste ihn", schlussvolgerte Jette. „Hatte er kurze Haare?" frage ich. „Ja". „Gunnar hat kurze Haare, Papa nicht!". „Wo wohnt er?", fragt Iken. „Hier in Neuendorf. In der Heide waren schon alle Ferienwohnungen ausgebucht" erkläre ich. „Los, lasst uns hingehen!", meint Iken. Wir gehen zu seiner Ferienwohnung. Ich klingel. Eine Ewigkeit vergeht. Plötzlich schreit Iken: „Guck mal Stella, dein Fahrrad!". Tatsächlich, da steht es. Wir rennen hin. Da geht die Tür auf und Gunnar brüllt: „Stella, du hast mich geweckt, das erzähle ich Papa und das gibt Ärger!". Wir verstehen ihn nicht richtig, denn wir rennen. Ich stolpere. Jette geht zum Fahrrad und will es wegschieben, aber dahinter ist der Mann mit dem Schloss um den Bauch. Er bindet sich den Schuh zu. Er hält das Fahrrad fest. „Hey, was wollt ihr denn mit dem Fahrrad?", fragt er. „Na es Stella wiedergeben!", sagt Iken. „Wo ist sie denn?" fragt er. „Da hinten, sie ist gestolpert!" sagt Jette. Jetzt kann ich den Mann sehen, es ist Papa! Er kommt zu mir und nimmt mich auf den Arm. „Entschuldigung, dass dein Fahrrad nicht da war. Ich war hier unterwegs und habe dein Fahrrad gesehen. Es hatte einen Platten. Also habe ich es in die Werkstatt gebracht. Die haben ein bisschen länger gebraucht, sonst wäre dein Fahrrad schon lange hier!" erklärte er. „Papa, kann ich zu Iken und Jette?" „Klar, hast du schon den Kranz gekauft?". Ich schüttle den Kopf. „Kauf bitte einen halben!". Papa klärt alles mit dem Vater von Iken und Jette und wir gehen den Kranz kaufen. Gunnar will auch mit zu Jette und Iken, weil sie einen großen Bruder haben, genauso alt wie Gunnar. Wir gehen alle an den Strand und baden. Außer Papa, er kriegt das Schloss nicht mehr von seinem Bauch ab, denn es klemmt. Deshalb schneidet der Vater von Iken es durch.