Bernsteinraub auf Hiddensee

Heute war der letzte Tag von Pias Urlaub mit ihren Großeltern auf Hiddensee. „Mir ist langweilig.", maulte sie. „Du kannst doch schon mal Sachen packen.", schlug Oma vor. „Das kann ich noch später machen und außerdem..." Opa unterbrach sie: „Habt ihr schon gehört? Im Heimatmuseum wurde Bernsteinschmuck aus der Sonderausstellung gestohlen!" Oma seufzte: „Bei uns gewinnt immer mehr das Verbrechen die Oberhand. Hoffentlich werden die Täter bald geschnappt." „Apropos", denkt Pia, „das kann doch glatt ich übernehmen!" „Kann ich mir das< mal in Kloster ansehen?", fragte sie. „Ist gut. Sei aber gegen 19.00 wieder hier. Wir wollen noch zum Auftritt der Paluccagruppe am Strand.", antwortete Oma. Pia schnappte sich ihr altes Damenrad und fuhr nach Kloster. Nach 10 Minuten war sie da. Sie stellte ihr Fahrrad ab und ging zum Museum.Der Eingang war mit rot-weißem Absperrband blockiert. Gerade als Pia näher treten wollte, kam ein großer Mann aus der Tür geschossen. „Er rempelte sie an. Kannst Du nicht aufpassen?", pflaumte er sie an. Ehe Pia etwas erwidern konnte, stürmte er vorbei. „Entschuldige bitte das benehmen meines Angestellten.", sagte ein etwas dicklicher Herr um die sechzig, der hinter dem Mann aus der Museumstür getreten war. „Wer war das denn? Ist der heute mit dem falschen Fuß aufgestanden?, fragte Pia und runzelte verärgert die Stirn." „das war unser Wachpersonal. Wie Du vielleicht schon weißt, ist gestern bei uns eingebrochen worden, und als ich ihn fragen wollte, ob ihm etwas aufgefallen sei oder ob er jemanden in Verdacht hat, hat er sich irgendwie angegriffen gefühlt und ist wütend geworden." „Aha, das hört sich sehr verdächtig an.", sagte Pia. „Wieso verdächtig?", fragte der Herr, der übrigens Museumsdirektor war, verwundert.
Pia hörte gar nicht mehr zu. Ihr war eine Idee gekommen. Sie verabschiedete sich schnell und nahm ihren Drahtesel. Dann suchte sie den Wachmann. Auf dem Deich fand Pia ihn und folgte ihm unauffällig. Da klingelte sein Telefon. „Hallo? ... Ok. ... heute Abend 20.00 Uhr am Strand bei dem Auftritt der Paluccatruppe, das ist nicht so auffällig... verstanden, tschau." Pia war nun sicher, dass der Wachmann mit dem Diebstahl zu tun hatte und nahm sich vor, die Täter zu schnappen. Am Abend waren Pia und ihre Großeltern am Strand. Unauffällig sah sie sich um. Der Wachmann stand neben einem großen Mann, der einen Bierbauch hatte. Die ganze Zeit beobachtete pia die Männer. Plötzlich flüsterte der Mann mit dem Bierbauch dem Wachmann etwas zu und sie entfernten sich. Unter dem Vorwand, hinter die Büsche gehen zu müssen, entfernte sich Pia ebenfalls und folgte den Männern. Als die Männer stehen blieben, duckte sie sich schnell. Der Wachmann grub etwas aus dem Sand. „ganz schön unvorsichtig!", knurrte der andere. Der Wachmann hielt eine Tüte hoch und der Mann mit dem Bierbauch griff sie sich. „Was bekomm' ich dafür?", fragte der Wachmann. „Weiß nicht." Der Bierbauch sah in die Tüte und pfiff durch die Zähne. „Ganz schön große Klunker. Wenn wir die verkaufen, sind wir..." „steinreich!", beendete der Wachmann den Satz. Pia hatte genug gehört. Sie wollte zurück zum Strand. Langsam robbte sie auf dem Bauch rückwärts. Als sie glaubte, weit genug weg zu sein, sprang sie auf uns lief zu der Veranstaltung. „Da, das ist diese göre vom Museum." Der Wachmann hatte sie bemerkt. Die Männer nahmen die Verfolgung auf und kamen immer näher.Pia versuchte, so schnell wie möglich zu laufen, aber im sand kam sie nur langsam voran. „Bleib sofort stehen!", rief der Bierbauch.‚ Ich bin doch nicht blöd!' , dachte Pia und kämpfte sich durch den Sand. Es waren nur noch wenige Meter bis zu den Tänzern. Pia sprintete die letzten Meter. Atemlos kam sie bei der truppe an. Sie zeigte auf ihre Verfolger. „Nehmen Sie diese Männer fest, sie sind die Diebe aus dem Heimatmuseum!" Vier kräftige Männer packten die Verbrecher und hielten sie fest. Die beiden traten und boxten um sich, aber es half nichts Die Polizei war schon informiert worden und kam gleich. Die Polizisten nahmen den Dieben die Tüte mit den Bernsteinen ab. Wie sich herausstellte, waren die Diebe gesuchte Verbrecher und wurden mit Handschellen abgeführt. Der Museumsdirektor, der auch da war, bedankte sich überschwänglich bei Pia und versprach, daß sie eine Belohnung bekommen würde. Als Pia später im Bett lag, dachte sie: „Das war der beste Urlaubstag auf Hiddensee, den ich je hatte."