Echt nicht peinlich?

Flori saß in ihrem Zimmer und wartete darauf, dass sie endlich nach unten an den Geburtstagstisch durfte, wo ihre ganze Familie beisammen saß. Sie wusste, dass sie die neue Barbiepuppe aus dem riesigen Kaufhaus bekommen würde. Denn ihr Bruder Phillip konnte sich vor Lachen nicht mehr retten. Flori dachte an die Worte Philipps: „Ha, eine Barbie. Ich habe gedacht, dass du nur einen Scherz machst und jetzt bekommst du wirklich eine." Flori beschloss, bevor ihre Freundinnen kommen würden, würde sie die Barbie verstecken, schließlich war das schon ihr zehnter Geburtstag.

Endlich war es so weit, sie durfte nach unten. Als sie alles ausgepackt hatte, aßen sie Frühstück. Danach brachte sie alles in ihr Zimmer. Zuerst spielte sie mit ihrem neuem Jojo und dann mit den Autos. Plötzlich fiel ihr Blick auf die Barbie. Sie fragte sich: ,Wo soll ich dich bloß verstecken? Im Kleiderschrank, in der Schreibtischschublade oder unterm Bett? Nee, ab mit dir in den Kleiderschrank.'

Um ein Uhr kamen Inga, Fine, Sophie und Josephine. Sie aßen Kuchen und lästerten ein bisschen. Dann sagte Inga: „Wollen wir rauf in dein Zimmer Flori?" Flori antwortete mit vollem Mund: „Göhm wüa!" Alle lachten. Sie gingen hoch. Fine, die als erste oben war, griff gleich nach der Schranktür und sagte: „Lasst uns doch Verstecken spielen." Im selben Moment dachte Flori: ,Nicht die Schranktür, bitte nicht die Schranktür, wenn jemand die aufmacht werd ich das Gespött der ganzen Klasse sein.' Flori sagte: „Okay, aber nicht in meinem Zimmer."

Nach einer halben Stunde wurde es ihnen langweilig. Josephine fragte und ging schon zum Kleiderschrank: „Hast du denn auch Klamotten bekommen?" Im selben Moment dachte Flori: ,Nicht öffnen, bitte nicht! Wenn sie das macht, dann bin ich ein noch größeres Mobbingopfer als Yussiaf.' Flori antwortete: „Nein, aber wollen wir nicht lieber mein 500-Teile-Puzzle puzzlen." „Okay", sagten alle im Chor. Als Inga irgendwann vorschlug, dass sie sich ja verkleiden konnten und zum Kleiderschrank ging, dachte Flori nur: ,Größtes Gespött der Klasse und größtes Mobbingopfer, schlimmer kann es doch nicht kommen.' Doch trotz der kleinen Starre sagte sie: „Lasst unsere doch meinen Bruder ein bisschen in seinem neuen Baumhaus ärgern und ihm Schokolade mopsen." Sophie stürmte sofort los, verwechselte allerdings die Schranktür mit der Zimmertür und alle sahen die Barbie. Josephine kreischte: „Was, die Prinzessin der Barbies hast du, seit wann? Und warum hast du uns nichts davon erzählt?" Auch die anderen bewunderten die Barbie und fingen an zu spielen. Flori dachte: ,Adieu, Gespött der Klasse. Adieu, größtes Mobbingopfer.' Doch trotzdem fragte sie verlegen: „Und es ist echt nicht peinlich?"