Der fliegende Fisch

Der fliegende Fisch landete auf dem Küchentisch von Oskar. Dieser nippte gerade an seinem Kaffee und verschluckte sich höllisch. Mit lautem Gepruste und großen fragenden Augen sah er den Fisch an. Dieser interessierte sich jedoch gar nicht für Oskar, sondern war eher mit lautem Japsem beschäftigt. „Was bist du denn für ein lustiger Kerl?" Japsend antwortete der Fisch: „ Ich bin ein ... Fisch. Sieht ... man das ... mir nicht an? Und außerdem ... ich brauche Wasser."

Sichtlich erstaunt darüber, dass dieser Fisch sprechen konnte, holte er ein Wasserglas. „Bitte Herr Fisch, ihr Wasser." „Du willst mich ... wohl veräppeln? Ich spring doch ... nicht in dieses Wasserglas, noch dazu ist ... das viel zu klein. Ich brauche ... Meer!" Oskar sah sich fragend in der Küche um. Sein größter Gegenstand war ein überdimensionaler Suppentopf. Ob der nun reichte? Aber er nahm trotzdem den Topf und füllte ihn mit Wasser. „Herr Fisch, ist das für sie ..." Er konnte nicht mal aussprechen, denn der Anblick, der ihn sich jetzt bot, war zum Lachen komisch. Ein Fisch, der zur Hälfte in einem Wasserglas steckte und vergeblich versuchte raus zu kommen. Mit flehenden Augen sah er Oskar aus dem Wasserglas an. Schnell eilte Oskar zum Fisch und probierte durch Flossenziehen ihn raus zu bekommen. Doch der wand sich nur vor Schmerzen. Also knallte Oskar das Glas auf die Tischkante. Sofort hörte man ein markerschütterndes Wimmern. Es drang aus des Fisches Kehle. Doch er hatte nicht viel Zeit um weiter zu machen, denn so gleich landete er im Suppentopf. Voller Freude etwas mehr Wasser zu haben, planschte er im Topf. Doch plötzlich wurde er traurig. „Danke für das Wasser. Doch ich möchte ... das Meer."

Oskar dachte nach. Doch statt einer Antwort fragte er: „Wie kommst du auf meinen Küchentisch?" „Heute Morgen, es war ein schöner Morgen ... Ich war ein wenig zu dicht an den Strand geschwommen. Doch das störte mich nicht, ich schwamm immer gerne zum Strand ... bis ich von einem Fischer gefangen wurde. Dieser wollt mich mit nach Hause nehmen – zum Essen! Doch bevor er mich verspeisen wollte, wollte er mich irgendeinem Typ zeigen. Doch ich wand mich so sehr, dass ich einer Frau in den Gummistiefel fiel. Vor Schreck schmiss sie ihn im hohen Bogen von sich weg. Ich flog leider früher raus und landete auf ihrem blöden Tisch."

Oskar fasste sich ans Kinn, dann ging er schnell in den Flur und zog sich seine Regensachen an und schnappte sich den Suppentopf. Draußen füllte er den Inhalt von dem Suppentopf in einen Eimer und ging los. „Wo gehst du hin?" „Lass dich überraschen, Herr Fisch." Langsam gingen sie den Weg an den Dünen lang. Am Strand sah der Fisch Oskar aufgeregt an. Er hatte das Meer gerochen. Behutsam ließ er den Fisch ins Wasser gleiten. Doch dieser blieb dicht am Strand und sagte: „Danke für alles. Und wann immer ich dich sehe werde, werde ich hochspringen und dir winken." „Danke, Herr Fisch." Und so verabschiedeten sich unsere Freunde und jeder ging oder schwamm seinen Weg nach Hause.