Der letzte Ferientag auf Hiddensee

Unsere Ferien verbrachten wir wie jedes Jahr auf Hiddensee, fernab von Politik, Krieg, der Welt. Am letzten Ferientag gingen wir in ein Restaurant, um uns gebührend von der Insel zu verabschieden.
Wir nahmen einen Tisch für fünf Personen unter freiem Himmel. Wir redeten und lachten bis das Essen aufgetragen wurde. Während wir nun aßen hörten wir vom Nachbartisch einen Gesprächsfetzen herüber wehen: „Habt ihr von dem Zug zwischen Frankreich und Großbritanien gehört, das ist die Höhe, wer gibt ihnen das Recht dazu? Die Sicherheitsmaßnahmen müssen dringend verschärft werden. "Ich interessierte mich nicht sonderlich dafür, aber der nächste Satz ließ meine Wut aufbrodeln: „Ich kann verstehen, dass man Angst vor diesen Flüchtlingen hat." Ich konnte mich nur mit größter Mühe auf dem Stuhl halten. Es erschütterte mich so etwas hier auf Hiddensee zu hören, wo es noch weniger hinpasste als irgendwo sonst. Ich wollte dagegen argumentieren, aber ich musste überlegen wie. Der Anfang muss gut sein und nicht so, als ob ich gelauscht hätte. Vielleicht so: "Entschuldigung, ich habe zufällig mit angehört, dass sie gesagt haben, man kann verstehen dass man Angst vor Flüchtlingen hat. Wieso? Ja und dan müßte ich dagegen argumentieren, das wusste ich. Vielleicht so: Sie sind geflohen, weil sie den Krieg und den Terror nicht mehr ertragen haben und frei und menschlich sein wollen. Warum sollten sie dan hier Terror und Schrecken verbreiten wollen. Sie sind dankbar, dass sie hier aufgenommen werden. Schaut mal auf euch es sind die Deutschen, die Flüchtlingsheime abbrennen und nicht helfen wollen.
„Mom darf ich aufstehen?" Ich wusste nicht wieso ich dies fragte, ich wollte denke ich, die Absicherung haben, dass meine Familie es gut hieß dass ich öffentlich Position beziehe. Sie wollten wissen wieso und ich erklärte es ihnen. Da sagte mein Dad: "Sie nehmen dich nicht ernst du bist ein Kind." Ich meinte aber, man könne es ja mal versuchen. Da sagten sie, ich solle erstmal in kleinen Kreisen wie bei Freunden, der Familie oder in der Schule anfangen. Sie meinten auch, es gebe bessere Wege für Verständniss und Hilfsbereitschaft einzustehen. Und jetzt habe ich einen Weg gefunden! Hier auf der Insel Hiddensee, die für mich für Freiheit, Liebe und Toleranz steht.


In der Kürze liegt die Würze –
Literaturwettbewerb für Kinder 

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