Jim, der Leuchtturmwärter

Auf einer Insel mitten in der Ostsee lebte einst ein alter Mann. Er wohnte dort schon sehr lange Zeit. Die Insel war, außer von ihm und von ein paar Möwen, nicht bewohnt und so klein, dass man sie in einer halben Stunde überqueren konnte.
Auf dieser Insel stand ein Leuchtturm, welcher allerdings schon sehr alt war und nicht mehr arbeitete. Dieser Leuchtturm war das Zuhause des alten Mannes, dessen Name Jim war.
Oft saß er auf der kleinen Treppe vor der Tür des Leuchtturmes und hatte den Kopf in die Hände gestützt.
Er sehnte sich nach etwas Gesellschaft, denn die Möwen waren auf die Dauer nicht sehr gesprächig.
Jim war auf diese Insel ausgewandert, weil er den Trubel in der Stadt und die Arbeit auf dem Land satthatte.
Doch nach einigen Jahren war die Einsamkeit für ihn sehr stark zu spüren.
Er konnte aber auch nicht zurückkehren, denn er hatte kein Boot und auf der Insel gab es kaum Holz, aus dem er eines hätte bauen können. Außerdem besaß er auch kein Werkzeug.
Wie er eines Tages so dasaß und nachdachte, hörte er einen Hilfeschrei. Sofort sprang er auf und lief zum Strand.
Er horchte und kurze Zeit später ertönte erneut ein Hilferuf.
Jim hielt die Hand über die Stirn, da die Sonne ihn blendete. Da entdeckte er, gar nicht weit von seiner Insel entfernt, den Bug eines kleinen Bootes aus dem Wasser ragen. Da konnte er sich denken, wer um Hilfe gerufen hatte. Der alte Mann zögerte nicht lange, streifte seine Hose ab und stürzte sich in das Wasser, das an diesem Tage kühl und ruhig war. Er schwamm mit aller Kraft und erreichte bald die Überreste des Bootes. Kurz neben ihm wurde das Wasser aufgewühlt und ein verzweifelter Mensch versuchte vergeblich, sich über Wasser zu halten. Jim packte den Menschen unter den Armen und zog ihn mit aller Kraft an Land. Er presste dem Schiffbrüchigen das ganze Wasser aus den Lungen und bettete ihn auf sein eigenes Schlaflager. Als er sah, dass sein Gast schlief, schwamm er erneut hinaus, um zu schauen, warum das Boot untergegangen war. Da bemerkte er einen Felsen, gegen den das Boot gerammt sein musste. Er zog die Reste des an Bord gewesenen Gutes an Land und kehrte zurück zu dem Schiffbrüchigen. Drei Tage wachte Jim am Lager des Kranken, am vierten Tage erwachte dieser. Er erzählte Jim, dass er seinen Bruder suchte und nun hierher verschlagen wurde. Jim sah ihm in die Augen und da erkannte er, dass dieser Mensch sein jüngerer Bruder sein musste. Die beiden fielen sich in die Arme und lebten von diesem Tage an glücklich zusammen auf dieser Insel. Alles war wie immer, nur die Einsamkeit war wie weggeblasen.


In der Kürze liegt die Würze –
Literaturwettbewerb für Kinder 

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