Das verwunschene Bild

„Komm Annika, los. Du wirst es nicht bereuen. Achim Bauker war auch gern auf Hiddensee und hat hier seine Bilder gemalt.", auffordernt sah Mama mich an und ich entschied mich dafür, ihr einen Gefallen zu tun. „Aber nur für dich und das Eis das ich bekomme, ok?" Verschmitzt grinste ich. Ein guter Deal. „Na gut, los. Ist ok, aber damit das klar ist: Bestechen lasse ich mich selten.", stellte Mama klar. Doch auch sie lächelte. Die Ausstellung war ziemlich leer. Zwar war das kein Strandwetter, aber trotzdem konnte man sich die Zeit ja anders vertreiben, als mit Bildern auf denen das Meer oder Dühnen abgebildet waren. Einfach langweilig! In einem Raum sah ich eine Bank und beschloss mich zu setzen. Der Bank gegenüber hing ein Gemälde auf dem ein Mädchen mit Samtschleife im Haar zu sehen war welches in einem Blumenfeld stand. Und plötzlich... Plötzlich trug ich eine solche Schleife und stand in einem Meer von Blumen. „Johanna nun beeile dich! Wir müssen Hilfe holen.", wies mich ein Jung neben mir an. Und auf einen Schlag wurde mir alles klar: Fynn, der Junge, und ich waren vor den Räubern geflohen, die die Backstube unserer Eltern überfallen hatten und mussten Hilfe holen. „Lass mich bitte nur kurz an diesem Stein verweilen. Meine Füße schmerzen so sehr.", bat ich und tat einen Schritt auf den großen Findling nah bei uns zu. Sehr erschraken wir, als dieser sich urplötzlich mit einem Knall in einen garstigen kleinen Kobold verwandelte. „Hilfe braucht ihr? Die Kinder der Bäcker seid ihr, nicht wahr? Gut. Löst mein Rätsel und meine Hilfe wird euch zuteil werden: Ich klettere an Häusern bis zum Schornstein hinauf, bin grün, manchmal rot oder gelb seh ich aus. Kein Mensch oder Tier gleichen mir. Drei Mal dürft ihr raten und sollt nicht verzagen.", so sprach der Kobold mit knorriger Stimme. Ein so schweres Rätsel hatte ich noch nie gehört. Nach einer Weile fragte Fynn: „Vielleicht ist es der Efeu Johanna, oder? Bis zum Schornstein hinauf?" „Wir haben doch drei Versuche. Und es könnte stimmen. Was sagt ihr, edler Kobold?", voller Zweifel blickten wir zu ihm. „Glück hattet ihr, nur Glück. Aber nun werde ich euch helfen. Räuber haben die Backstube überfallen, habe ich recht? Nun, gefesselt und verschnürt sind sie und jeder Schaden ist behoben. Hier trennen sich unsere Wege.", und mit eienem lauten Knall verschwand der Kobold. Erleichtert sank ich in die Blumen uns... hob erschrocken den Kopf in der Galerie. „Du hast wohl hier dein verwunschenes Bild gefunden. Jeder Mensch hat ein eigenes, doch manche entdecken ihres nie. Leider. Nimm diese Karte von deinem mit. Es wird dir helfen!", flüsterte die Museumswärterin und reichte mir die Karte. Ich brauche an diesem Tag dann doch kein Eis mehr.


In der Kürze liegt die Würze –
Literaturwettbewerb für Kinder 

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