...

„Anna, komm weiter. Wir müssen noch bevor es dunkel ist, am Leuchtturm sein. Sonst finden wir nicht mehr zurück.“, sagte Annas Mutter Christiane. Zwar konnte Anna ihn schon sehen hatte aber keine Lust zum Leuchtturm  zu gehen, denn immer wenn sie hier auf Hiddensee waren, musste sie mit zum Leuchtturm. Trotzdem entschied sie sich weiter zu gehen, denn sie wollte sich nicht mit ihrer Mutter streiten. Sie näherten sich dem Leuchtturm und Anna hätte lügen müssen, wenn sie gesagt hätte, dass sie ihn nicht schön fand. Sie blieb stehen, aber bevor sie ihn noch weiter betrachten konnte, zog ihre Mutter sie hinter sich in den Leuchtturm. Am Eingang bezahlten sie ihren Eintritt und gingen dann die Treppen hoch. Anna zählte die Stufen, wie immer. Da stolperte sie plötzlich und viel zu Boden, doch als sie wieder aufstehen wollte entdeckte sie etwas. Vor ihrer Nase standen in  den Boden geritzt ein paar kleine Wörter. Anna las sie flüsternd vor: „1911, ein schönes Jahr. Der Leuchtturm leuchtet hell und klar. Zurück in diese Zeit geschwind bis sich ändert dann der Wind.“ Als Anna diese Worte aussprach fing sich an alles um sie herum zu drehen. Immer schneller und schneller. Und plötzlich fand sie sich in einem kleinen Zimmer wieder. Erstaunt schaute sie sich um, hier war sie noch nie gewesen. In der Mitte stand ein kleiner Tisch mit Blumen sonst war im Zimmer nur noch ein Sofa und eine Tür. Alles sah sehr altmodisch aus. In dem Moment wo sie zum Entschluss gekommen ist, dass die Wörter auf dem Boden irgendein Zauberspruch bilden mussten und sie nun irgendwo hin gezaubert hatten, denn Anna hatte viel Fantasie und glaubte an Zauberei, kam ein junger Mann durch die Tür und hatte einen Beutel und eine Zeitung in der Hand. Er schien genau so überrascht zu sein wie sie. „Wer bist du denn?“, fragte er Anna. „Anna“, antwortete Anna, „Ähm, Könnten sie mir vielleicht sagen, wo ich hier bin?“, fragte Anna darauf etwas verzweifelt. Der Mann lachte. „Schau aus dem Fenster dann weißt du es. Du bist in meinem Haus, ich bin der Leuchtturmwächter von Hiddensee.“, sagte er noch immer lachend. Anna schoss zum Fenster und sah den Leuchtturm. Der Mann hatte Recht und doch nicht Recht. Der Leuchtturm von Hiddensee sah anders aus. Anna drehte sich zum Mann um der grinsend da stand. Sie musterte ihn und dabei viel ihr Blick auf das Zeitungsdatum. Sie erschrak: Da stand nicht das erwartete Datum 5.8.2011 sondern 5.8.1911. Der junge Mann schien zu merken dass bei ihr nicht alles in Ordnung war. „Was ist los?“, fragte er sie. Und obwohl Anna ihn gar nicht richtig kannte, erzähle sie ihm von ihrem Sturz und den Sätzen die in dem Boden geritzt waren und ihrer Vermutung, dass diese Sätze ein Zauberspruch waren und sie nun wahrscheinlich in die Vergangenheit gereist ist. Der Mann glaubte wohl auch an Magie, denn er hielt sie nicht für verrückt. „Bis der Wind sich dreht. Dann wirst du wohl wieder da sein, wenn der Wind sich gedreht hat“, ermunterte der Mann sie. „Ich kann dir solange den Leuchtturm zeigen.“, bot er ihr an. Obwohl sie ihn sich schon so oft angesehen hatte, hatte sie große Lust, ihn sich anzuschauen. Als sie den Leuchtturm betraten sah er, wie erwartet, anders aus. Zusammen stiegen sie die Treppen hinauf und Anna zählte die Stufen. Der junge Mann erklärte ihr dies und jenes. Als sie oben ankamen sah Anna dass die Häuser nicht viel anders aussahen als jetzt. Sie betrachteten die Landschaft ohne ein Wort. Plötzlich kam der Wind aus einer anderen Richtung, und ohne noch auf Wiedersehen sagen zu können, drehte sich auch schon wieder alles um Anna und sie landete genau vor den Füßen ihrer Mutter.


In der Kürze liegt die Würze –
Literaturwettbewerb für Kinder 

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