Mein Meeresgeheimnis

Wir sind wieder mal auf unserer Lieblingsinsel Hiddensee. Ich lasse mich auf meinem Schwimmring treiben. Plötzlich merke ich, wie weit ich schon vom Strand entfernt bin. Ich beginne zu paddeln. Da sehe ich in einiger Entfernung eine Flosse. ‚Ein Hai? Nee.' Die Flosse kommt näher. Jetzt taucht ein Kopf neben mir auf. ‚Kann man das glauben? Eine Nixe!'

„Hallo. Wie heißt du?" Das Meermädchen sagt: „Emma. Und du?" Ich sage: „Anne-Gret." Dann fällt mir nichts mehr ein. Nach einer Weile fragt Emma: „Hast du Lust, mit mir das Meer zu erkunden?" „Hä?" Ich kapiere nichts. „Wie denn?" Emma lacht und zeigt auf meine Beine. Die sind aber nicht mehr da, sondern ein wunderschöner Fischschwanz. Ich sage: „Okay." Und wir tauchen ab. Nach einer Weile sagt Emma: „Wir sind gleich da!" Ich schwimme Emma hinterher. Da lichten sich plötzlich die Algen und wir schwimmen in eine kleine, sandige Mulde. Überall sind alte Fischernetze und verrostete Fahrräder verteilt. Ich setze mich auf eins der Fahrräder und wippe ein bißchen. Emma sagt: „Es ist schön hier, nicht wahr?" Ich nicke und schaue auf meine Wasseruhr. „Emma?" „Ja, was ist?" „Ich muß jetzt gehen." „Okay, kommst du morgen wieder?" Ich sage: „Mal sehen. Tschüß."

Ich schwimme nach oben. Jetzt muß ich mich beeilen. Es ist schon um sechs. Ich denke: ‚Das bleibt mein Geheimnis'.

Am Strand sehe ich Papa hin und her laufen und mich rufen. Da will ich zu Papa hin, aber ich habe noch den Fischschwanz. ‚Was mache ich bloß?' „Anna-Gret! Anna-Gret! Du mußt jetzt aufstehen, es gibt gleich Frühstück."

Na umso besser. So wird von meinem Geheimnis niemand erfahren.