Die letzte Schlacht

Es war eine warme und regnerische Nacht. Der Bauer Klaus wußte nicht, was er tun sollte. Jeder Mann im Reich mußte sich zur Armee melden, also auch er. Doch er hatte Bedenken. Seine Familie konnte in Kriegszeiten nicht allein lassen. Vor allem, wenn der Feind schon der Burg des Königs lagerte und das Reich fast verloren war. „Vielleicht sollten wir fliehen", überlegte sich Klaus. Er dachte noch eine ganze Zeit darüber nach. Doch als es dämmerte, hatte er einen Entschluß gefaßt. Sie würden fliehen. Aber sie mußten sich beeilen, denn gegen Mittag würde ein Abgeordneter des Königs kommen, der jeden Mann zur Burg bringen sollte. Gerade als Klaus fertig überlegt hatte, kam seine Frau Araya und wünschte ihm einen Guten Morgen. Er erklärte ihr seinen Plan. Kurz darauf begannen Klaus und Araya das wichtigste auf ihren Wagen zu laden. Als sie fertig waren, weckten sie ihre Kinder. Sie fuhren ungefähr eine Stunde vor Mittag los. Nach einer guten halben Wegstunde kamen sie auf einem Hügel an, von dem man eine gute Sicht auf ihr Dorf hatte. So sahen Klaus, Araya und ihre beiden Kinder, wie ihre Freunde zum Kampf geholt wurden. „Ich gehe mit in die Schlacht, ich kann unsere alten Freunde nicht im Stich lassen."

Araya guckte ihn entsetzt an und rief ihm verzweifelt ins Gesicht: „Das kannst du uns nicht antun!" Er sah sie voll Trauer an und sprach: „Ich muß. Du kannst es vielleicht nicht verstehen, aber trotzdem werde ich gehen, und du mußt dich mit den Kindern in Sicherheit bringen." Dann umarmte er sie und lief schnellen Schrittes zurück ins Dorf. Als er dort ankam, wollten die Männer aufbrechen. Gerade noch spreng er auf den Wagen, auf dem sie saßen.

Ein paar sahen ihn vielleicht schief an, aber sonst beachteten sie ihn nicht weiter. Die Fahrt dauerte drei Stunden und während der ganzen Zeit dachte er nur an Araya und seine Kinder. Doch auch die anderen Leute guckten traurig und verzweifelt. Als sie dann endlich ankamen, bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick. Die einst so prachtvolle Burg des Königs war zur Hälfte niedergerissen, doch noch schlimmer war, was vor der Burg geschah.

Denn dort war die Schlacht in vollem Gange und dazu kam noch, daß die Armee des Königs zurückgedrängt wurde. Allerdings hatten sie kaum Zeit, auf die Schlacht zu achten, weil der Wagenführer rief: „Lauft und kämpft, auf dem Schlachtfeld werdet ihr Waffen finden." Sofort sprangen alle vom Wagen und rannten zum Ort des Geschehens. Als Klaus das Schlachtgetümmel erreicht hatte, griff er sich ein Schwert und rammte es dem nächsten feindlichen Soldaten in den Bauch, zog es wieder heraus, während er an dem schreienden Mann vorbeilief. Eine Sekunde später sah er schon den nächsten Feind, der ihn angriff, bevor er reagieren konnte. Der Mann schlug ihm das Bein ab, wodurch Klaus zusammenbrach. Er sah den Mann schon ausholen, da dachte er noch: ‚Vermutlich wird das Reich fallen, aber wenigstens Araya und die Kinder sind in Sicherheit.' Und dann schlug der Mann zu.